Ev. Friedenskirchengemeinde Dortmund - Nordost

Einstimmung

Kerze entzünden

 

Gruß 

(eine*r spricht:)
Wir sind beieinander und an verschiedenen Orten.
Und alle sind wir Menschen, die Gott brauchen.
Wir feiern in seinem Namen:
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen 

Wie sahen meine Wege aus in letzter Zeit?
Waren sie eher holprig oder lief vieles glatt?
War Gott an meiner Seite und brachte mich auf die richtige Spur? Wenn ich spüre, dass Gott mit mir geht, dann lebe ich auf.
An seiner Seite kann ich aufrecht gehen.
Auf seinen Wegen kann ich gesegnet gehen.
Wenn er mir das Herz öffnet, wird es hell in meiner Seele. 

 

Lied: Befiehl du deine Wege (EG 361; 1,4+11; T: Paul Gerhardt, M: Bartholomäus Gesius) (gesungen oder vorgelesen) 

 

Gebet 

Gott, unser Schöpfer, wir danken dir, dass du für uns da bist. 

Danke, dass du in Jesus Christus zu uns in diese Welt gekommen bist. Danke, dass du im Heiligen Geist mitten unter uns bist – hier und jetzt. Das möchten wir erfahren. Öffne uns für das, was du zu geben hast. Richte unsere Gedanken auf das aus, was dir wichtig ist. 

Sprich in unser Leben hinein und lass uns auf dich hören.
Zieh in unsere Herzen ein mit deiner Liebe und Barmherzigkeit. 

Dich loben wir bis in Ewigkeit. Amen 

 

Hinführung zum Bibeltext für Palmsonntag 

(eine*r  liest) 

Wer ist dieser Jesus, dem die Menschen begeistert Palmzweige und Umhänge auf den Weg legen? Menschen, die nah oder weiter weg stehen und unbedingt einen Blick erhaschen wollen auf den Menschen, auf dem so viele Hoffnungen ruhen. Und wer sind die Menschen, die ihm bei seinem Einzug nach Jerusalem folgen - enthusiastisch, zweifelnd oder argwöhnisch? Viele, die ihn jetzt bejubeln, werden fünf Tage später schreien: Kreuziget ihn! 

 

Bibeltext - Matthäusevangelium 21, 1-11 

(eine*r in der Hausgemeinschaft liest) Übersetzung: „Die Gute Nachricht“ 

Kurz vor Jerusalem kamen sie zu der Ortschaft Betfage am Ölberg. Dort schickte Jesus zwei Jünger fort mit dem Auftrag: »Geht in das Dorf da drüben! Gleich am Ortseingang findet ihr eine Eselin und ihr Junges angebunden. Bindet beide los und bringt sie zu mir! Und wenn jemand etwas sagt, dann antwortet: ›Der Herr braucht sie.‹ Dann wird man sie euch sofort geben.« Damit sollte in Erfüllunggehen, was der Prophet angekündigt hatte: »Sagt der Zionsstadt: Dein König kommt jetzt zu dir! Er verzichtet auf Gewalt. Er reitet auf einem Esel und auf einem Eselsfohlen, dem Jungen eines Lasttiers.« Die beiden Jünger gingen hin und taten, was Jesus ihnen befohlen hatte. Sie brachten die Eselin und ihr Junges und legten ihre Kleider darüber, und Jesus setzte sich darauf. Viele Menschen aus der Menge breiteten ihre Kleider als Teppich auf die Straße, andere rissen Zweige von den Bäumen und legten sie auf den Weg. Die Menschenmenge, die Jesus vorauslief und ihm folgte, rief immer wieder: »Gepriesen sei der Sohn Davids! Heil dem, der im Auftrag des Herrn kommt! Gepriesen sei Gott in der Höhe!« Als Jesus in Jerusalem einzog, geriet alles in große Aufregung. »Wer ist dieser Mann?«, fragten die Leute in der Stadt. Die Menge, die Jesus begleitete, rief: »Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa!« 

 

Verkündigung

Palmsonntag – Einzug Jesu in Jerusalem auf einem Esel, begleitet von einer jubelnden Menge. 

Oft wurde diese Szene ins Bild gesetzt: wie Jesus auf einem Esel in die Stadt reitet, begleitet von einer jubelnden Menschenmenge. Die Menschen breiten Palmzweige und Kleider vor ihm aus. Wie einem König jubeln sie ihm zu „Hosianna dem Sohn Davids. Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn.“ Ein Ruf aus längst vergangenen Tagen, wenn die Pilger zum Passahfest durch das Stadttor in Jerusalem drängen mit der Sehnsucht im Herzen, Gott möge sich der Not seines Volkes erbarmen. Die Zeiten glanzvoller Könige Israels sind längst vorüber. Die Sehnsucht nach einem Retter, der alles neu macht und die Unterdrückung durch die römische Besatzungsmacht beendet, erfüllt sie ganz besonders zum Passahfest, dem Fest der Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten.

„Hosianna“, so rufen die Menschen dem Mann auf dem Esel entgegen, der hinauf nach Jerusalem reitet. Ihr Ruf vermischt sich mit den alten Bildern des Glaubens von einem Friedenskönig, der endlich die Macht übernimmt. So hatte man es sich lange erträumt und so stellten es sich die Menschen vor. Jesus, der Friedenskönig, der die Welt und das eigene Leben verändern soll. Die Erwartungen sind hoch, vielleicht zu hoch. Jesus will und wird die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Denn Jesus ist anders als es sich die Menge denkt. Kaum ist er in Jerusalem, eckt er an. Bald muss er erleben, wie schnell sich der Wind dreht und die Meinung der Masse sich ändert. Nur wenige Tage und die Menschen sehen in ihm nicht mehr den erwarteten König, sondern einen verachtenswerten Verbrecher. Wir kennen den Weg, der vor Jesus liegt. Wir wissen, dass die Stimmung in Jerusalem kippen wird. und die Hosianna Rufe nur wenige Tage später in ein wütendes „Kreuzige ihn“ umschlagen werden. 

Auch wir sind mit großen Sehnsüchten in diese Osterzeit gegangen. Nach einem Jahr Pandemie endlich die Impfung gegen Corona, wieder Begegnungen mit Familie, Freunden und Bekannten, Urlaub. Doch all das scheint noch weit entfernt. Hinter uns liegt eine weitere Woche voller schlechter Botschaften: steigende Corona Infektionen, gefährliche Virusmutanten, das Chaos um „Osterruhe“ und „Notbremse“ und immer noch geht das Impfen nur langsam voran. Vielerorts erleben auch wir die Stimmung aufgeladen. Da sind die Menschen, die die Einschränkungen, die uns von außen auferlegt werden, akzeptieren. Daneben gibt es diejenigen, die immer ungeduldiger zur Rückkehr nach dem „normalen“ Leben rufen. Und manchmal ändert sich auch die eigene Stimmung von Tag zu Tag. 

Die Menschen, die Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem zujubeln, kreuzigen ihn wenig später. Aber Jesus steht auf von den Toten, für sie und für uns zum Zeichen: nicht Leid und Tod haben das letzte Wort, sondern die Liebe Gottes. 

Mit dem heutigen Palmsonntag beginnt die Karwoche. Wir begleiten Jesus auf seinem Weg vom Jubel über das „Kreuzige ihn“ bis hin zum Kreuz auf Golgatha. Wo stehen wir dabei? Vielleicht sind wir ja auch heute ganz nah bei den Menschen in Jerusalem. „Hosianna“, rufen sie, „Herr, hilf doch“ heißt das im Hebräischen. Also eigentlich kein Jubelruf, sondern eher ein Ruf nach Hilfe. „Hosianna“, „Herr hilf doch“ – in diesen Ruf dürfen wir einstimmen, auch wenn uns in diesen Tagen so gar nicht zum Jubeln zumute ist. 

Palmsonntag: Jesus ist unterwegs nach Jerusalem. Er ist unterwegs zu uns, in unsere Herzen. Er ist mit uns auf Schritt und Tritt. Gott sei Dank!
Amen 

 

Lied: Tut mir auf die schöne Pforte (EG 166, 1,4+5) (T: Benjamin Schmolck, M: Joachim Neander) 

 

Fürbitte und Vaterunser 

(eine*r in der Hausgemeinschaft betet, oder alle beten gemeinsam) 

Gott, unser himmlischer Vater, 

wir bitten dich, sei du das Licht auf unserem Lebensweg. 

Bewahre uns davor, dass wir dir heute noch zujubeln 

und dich morgen schon wieder vergessen haben. 

Schenke besonders da Vertrauen auf dich, 

wo Lebenswege nicht gerade verlaufen und 

Menschen drohen zu verzweifeln. 

Wir bitten für die Kranken unter uns um Genesung. 

Für Trauernde bitten wir um Trost. 

Für Verbitterte, dass du ihr Herz berührst und sie wieder fröhlich werden. 

Schenke Bereitschaft zur Vergebung, wo Menschen sich verletzt haben. 

Was uns persönlich auf dem Herzen liegt, sagen wir dir in der Stille ..... 

 

Wir beten zu dir mit Worten, die Jesus uns gelehrt hat: 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. 

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, 

wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, 

sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen. 

 

Lied: Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn (freiTöne 167)
(T: Diethard Zies, Christoph Lehmann 1983, M: Christobal Halffter 1965) (gesungen oder angehört) 

 

Segen

Gott sei bei dir Schritt für Schritt.
Er schenke dir Gelassenheit und Nachsicht, wenn du zurückblickst.

Gott sei mit dir Tag für Tag.
Er schenke dir Begeisterung und Ideen, wenn du nach vorne blickst. 

Gott sei bei dir alle Zeit.
Er schenke dir Vertrauen und Zuversicht, wenn du nach oben schaust. 

Es segne und behüte dich der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen 

 

Kerze löschen

 

(Liturgische Texte: Michaeliskloster Hildesheim)